Lederarmband Pflege richtig angepackt – Tipps und Empfehlungen vom Profi

Da es sich bei Leder um ein Naturprodukt handelt, kommt der Pflege des Leders eine entscheidende Rolle zu. Denn schließlich möchte man das schöne Lederarmband nicht schon nach wenigen Monaten austauschen, weil es zum Beispiel an Farbe oder Glanz verloren hat, spröde oder fleckig geworden ist.

Es finden sich immer wieder Tipps, wie Leder am besten gepflegt werden sollte. Doch auf was muss man wirklich achten? Sind Hausmittel oder im Handel erhältliche Reinigungsmittel die richtige Wahl? Welche grundsätzlichen Pflegetipps gibt es? Viele unbeantwortete Fragen sollten geklärt werden, bevor ihr euch an die Lederpflege macht. Jörg Rausch von leder-info.de beantwortet euch die wichtigsten Fragen bzgl. der Pflege von Lederarmbändern.

Herr Rausch, welche Grundregeln im richtigen Umgang mit Leder, speziell Lederarmbändern, sollte man beachten?

Leder ist ein wunderschönes Naturprodukt. Enorm strapazierfähig und langlebig. Für Lederarmbänder sind fast alle Lederarten geeignet. Beachtet man die wichtigsten Grundregeln, hat man lange Freude an seinem Lederarmband.

Zuerst das Leder überprüfen, ob es absorbierend oder nicht absorbierend ist. Bei absorbierenden Ledern (Anilinleder oder Rauleder) dringt ein verriebener Tropfen Wasser ein und dunkelt das Leder. Bei nicht absorbierenden Ledern perlt Wasser ab. Absorbierende Leder sind empfindlicher und entwickeln mit der Zeit eine Patina. Das Leder kann mit der Zeit speckiger werden oder ausbleichen. Wie eine altes Gemälde oder eine alte Truhe entwickelt das Leder durch die Patina seinen eigenen Charakter.

Armbänder bzw. Uhrenarmbänder aus Leder können im Gebrauch stark strapaziert werden. Je wertvoller ein Armband ist, desto schonender sollte man damit umgehen. Der ständige Hautkontakt setzt dem Leder durch Schweiß zu. Daher ein Lederarmband nicht bei schweißtreibenden Tätigkeiten und in der Nacht tragen. Auch beim Duschen, Schwimmen oder starkem Regen sollte man das Armband schonen. Auch ein nicht absorbierendes Lederarmband hat Nähte, wo Feuchtigkeit eindringen kann und die Lederfasern aufquellen können. Aber man darf ein Lederarmband auch genießen! Wie andere edle Objekte verbraucht es sich beim ständigen Gebrauch aber schneller.


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Inwiefern muss auf die verschiedenen Lederarten (z.B. Rindleder oder Ziegenleder) gesondert Rücksicht genommen werden?

Das Tier, welches seine Haut für das Armband geopfert hat, spielt bei der Reinigung und Pflege meist keine Rolle. Vom Krokodilleder bis zum Rochenleder ist die Offenporigkeit der Lederart das zu beachtende Element. Ein helles, offenporiges Leder ist sehr empfindlich und sollte entsprechend schonend behandelt werden. Ein dunkles und oberflächengefärbtes Leder (Feuchtigkeit dringt nicht ein) ist dagegen deutlich unempfindlicher und strapazierfähiger. Ein Ziegenleder ist zwar weicher als ein Rindsleder, aber bei Armbändern hat ein Ziegenleder meist einen stabilen Unterbau. Es könnte daher höchstens auf der Oberfläche etwas Kratzempfindlicher reagieren.

Welche grundsätzlichen Pflegeempfehlungen können Sie geben?

Jede Reinigung oder Pflege immer erst vorsichtig testen. Insbesondere bei offenporigen Ledern besteht die Gefahr der „Verschlimmbesserung“! Zur Reinigung reicht bei leichten Anschmutzungen ein leicht angefeuchteter Lappen. Für gröbere Verunreinigungen kann ein milder Lederreiniger verwendet werden. Bei der Pflege sollte entsprechend der Lederart gehandelt werden. Für offenporige Anilinleder gibt es Cremes und Sprays und für oberflächengefärbte Glattleder Fette und Emulsionen. Man kann auch auf Produkte aus dem Schuhbereich zurückgreifen.

Immer erst prüfen, ob der Geruch angenehm ist. Wichtig! Nicht aus Sorge überpflegen! Sonst wird das Leder zu fettig oder ölig. Die Pflege immer erst in einem Lappen verreiben und dann die kleine Fläche vorsichtig pflegen. Eine Reinigung sollte nach optischer Notwendigkeit erfolgen und eine Pflege nicht häufiger als alle 3 Monate. Eine regelmäßige Reinigung und Pflege reduziert Anschmutzungen, Gebrauchsspuren und Alterungsschäden und verlängert dadurch deutlich die Lebensdauer.

Nass gewordene Leder bei Raumtemperatur trocknen lassen. Nicht föhnen, auf der Heizung oder direkt in der Sonne trocknen. Das Leder kann sonst schrumpfen. Danach das Leder wieder vorsichtig weicher walken. Leder hat eine optimale Luftfeuchtigkeit von 40 bis 60% und benötigt Luftzirkulation. Bei Luftfeuchtigkeit von über 70% und mangelnder Luftzirkulation kann Leder schimmeln. Nicht genutzte Lederarmbänder immer luftig lagern. Nicht in feuchten Räumen und nicht in Plastiktüten.

Sind Hausmittel oder im Handel erhätliche Reinigungsmittel die richtige Wahl? Kann hier überhaupt eine pauschale Aussage getroffen werden?

Bei wertvollen Objekten sollte man sich auch bei der Pflege an Markenprodukten orientieren. Es gibt zwar eine Unmenge an Anbietern von Lederpflegemitteln, aber viele Anbieter bieten auch eine Beratung an. Nutzen Sie diesen Service und gehen Sie nicht das Risiko ein, das Falsche gemacht zu haben. Lederarmbänder haben sehr kleine Flächen und mit einem guten Lederreiniger und einer geeigneten Pflege kommt man meist viele Jahre hin. Daher nicht am falschen Ende sparen.


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Zum Abschluss würde ich Sie gerne noch um eine persönliche Empfehlung bitten. Angenommen Sie kaufen sich ein Lederarmband. Aus welchem Leder wäre das Armband und warum würde die Wahl auf dieses Leder fallen?

Da habe ich keine bestimmten Präferenzen. Wer eine Lederarmband oder eine Uhr mit Lederarmband kauft, sollte es aus Liebe zum Objekt machen. Das Armband soll gefallen und den Träger schmücken. Die Komposition mit dem Armband muss passen. Es gibt so viele schöne Lederarten, dass man zu jedem passenden Anlass auch ein entsprechendes Lederarmband findet. Von sportlichen Varianten bis zu Edelarmbänder passend zum Smoking.

Wir bedanken uns recht herzlich bei Jörg Rausch für das Interview zum Thema Lederpflege für Herren Armbänder. Mehr Informationen rund um die Lederpflege erhaltet ihr auf www.leder-info.de